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Der Versorgungsausgleich wird automatisch nach Einleitung des Scheidungsverfahrens durchgeführt. Es muss kein eigener Antrag gestellt werden. Der Versorgungsausgleich ist ein Rentenausgleich, bei dem die zukünftigen Rentenansprüche beider Ehepartner geregelt werden. Die während der Ehe erworbenen Versorgungsanrechte werden als gemeinschaftliche Lebensleistung betrachtet, daher müssen diese im Falle einer Scheidung hälftig geteilt werden.

Zur Ermittlung der erworbenen Rentenanwartschaften müssen die vom Familiengericht übersandten Fragebögen ausgefüllt werden, das Familiengericht holt dann bei den zuständigen Versorgungsträgern die Auskünfte ein. Relevant sind die Anrechte, die in den Versorgungssystemen der Deutschen Rentenversicherung, der betrieblichen Altersversorgung, der Beamtenversorgung, der berufsständischen Versorgungen (Rechtsanwälte, Ärzte, Architekten, etc.) und der Zusatzversicherungen des öffentlichen Dienstes erworben wurden. Bedeutung hat im Rahmen des Versorgungsausgleiches auch die private Altersversorgung (private Rentenversicherungen und Lebensversicherungen auf Rentenbasis).

Der Versorgungsausgleich wird in den meisten Fällen durch eine interne Teilung vollzogen, so erhält jeder Ehegatte jeweils die Hälfte der erworbenen Anrechte beim Versorgungsträger. Sollten beide Ehegatten zum Beispiel Anrechte in der Deutschen Rentenversicherung erworben haben, werden die durch den Versorgungsausgleich ermittelten Übertragungsrechte mit einander verrechnet, sie erhalten dann eine entsprechende Mitteilung der Deutschen Rentenversicherung. Im Falle von Anrechten in einem externen Versorgungssystem des Ehegatten kann auch eine externe Teilung stattfinden, Sie können dann entscheiden, im welchem Versorgungssystem diese Anrechte begründet werden sollen. Der Versorgungsausgleich findet bei einer kurzen Ehedauer (bis 3 Jahre) nur auf Antrag statt, im Übrigen kann der Versorgungsausgleich nur in Ausnahmefällen (z.B. Geringfügigkeit, Ehegattenvereinbarung) ausgeschlossen werden.